Haltungsbedingung Hognose
Die Hakennasennatter, wissenschaftlich Heterodon nasicus, gehört zur Familie der Trugnattern.
Wichtig vorab, bevor ihr euch entscheidet, ein solches Tierchen zuzulegen..:
Die Hakennasen gehören zur Spezies der Gifttiere und die Haltung solcher ist in Deutschland grundsätzlich verboten.
Aaaber, bevor ihr nun enttäuscht vom Wunsch einer Nasicus ablässt, kommt das große aber.
Weil ihr Gift für den Menschen nicht gefährlich ist, kann man für diese Art eine Ausnahmegenehmigung beantragen. Es gibt gar Bundesländer, die darauf gänzlich verzichten.
Bei diesem Schritt sind wir auch gerne behilflich und begleiten auch gerne den Behördenweg.
Aber Vorsicht ist dennoch geboten. Hakennasennattern haben kein eigentliches Gift und Giftzähne wie z.B. eine Kobra, vielmehr ist es der Speichel, welcher giftig ist. Die Wirkung ist in etwa vergleichbar mit dem eines Wespenstiches. Jedoch hat die kleine Schlange zu kleine Zähne, erst im hinteren Kieferbereich befinden sich etwas längere Zähne, welche durchaus in der Lage sind, durch die Haut eines Menschen zu dringen. Es ist also eher unwahrscheinlich, sollte es aber dennoch zu einem Giftkontakt kommen, können gerade bei Allergiker auch hier allergische Reaktionen auftreten.
Nun aber zum Tier.
Die Hakennasennatter ist relativ kleinbleibend mit 40 – 60 cm, selten auch Exemplare bis 90 cm.
Weibchen sind deutlich größer als männliche Artgenossen, was die Geschlechtsbestimmung bei ausgewachsenen Tieren relativ leicht macht.
Sie werden an die 18 Jahre alt und gelten ab ca 2 Jahren als Adult, bzw Geschlechtsreif.
Die Nasen können gut in Gruppen bzw. als Paar im Terra gehalten werden.
Bei einem Paar sollte das Terrarium 120 x 50 x 60 cm betragen.
Der Bodengrund sollte der halbtrockenen Steppenlandschaft im südwestlichen USA und Nordwest- Mexiko nachgestellt werden.
Dazu eignet sich gut ein Sand – Erde Gemisch in einer Höhe von ca 8 – 12 cm, da die Nasen sehr gerne graben und ein Tunnelsystem entwickeln.
Die Temperatur sollte tags um die 28 – 30° Grad liegen, lokal sogar an die 40° Grad. Nachts hingegen darf die Temperatur bis auf 20° Grad sinken.
Die Luftfeuchtigkeit sollte zwischen 40 – 60% liegen.
Genau wie bei anderen Schlangen wie die Könige dürfen auch hier Versteckmöglichkeiten nicht fehlen. Eine Wetbox hilft auch den Nasen bei der Häutung und wird auch gerne zur Eiablage genutzt.
Man sollte jedoch darauf achten, dass alles ausreichend gesichert ist, da sie es doch gerne untergraben und so gegebenenfalls verletzen können.
Im Gegensatz zu anderen Schlangengattungen machen Hakennasennattern gerne eine Winterruhe, wobei man darauf achten sollte, dass sie sich vorher entleeren können. Dann kann man sie relativ dunkel und auf ca 12 – 16° Grad halten.
Im großen und ganzen sind die Hognose also sehr unkompliziert, tagaktiv und durchaus sehr interessant zu beobachten.
Was mich persönlich sehr fasziniert, ist die Abwehrweise der kleinen Biester.
Sie besitzen ein sehr ausgeprägtes Abwehrverhalten, indem sie sich aufrichten, breit machen (vergleichbar einer Kobra, nur ohne ausgeprägten Schild) und Scheinangriffe starten. Es wirkt wie ein tänzeln, während sie laute Fauchgeräusche von sich geben.
Wirkt der Tanz nicht, versprühen sie mit dem After eine faulig riechende Flüssigkeit, ähnlich wie Urin. Die Substanz ist ungiftig, wenn nur der Gestank nicht so in den Augen beißen würde.
Ist das „anpinkeln“ ebenfalls unwirksam, kommt das verblüffendste und schauspielerisch beeindruckenste Spektakel.
Die Nasen stellen sich tot. Nicht etwa durch einfaches, regungsloses hinlegen, nein.
Durch gezielte Ruptur (medizinisches Wort für Riss) von Blutgefäßen läuft Blut aus dem Maul und sie lassen für das perfekte Schauspiel die Zunge schlaff raushängen. Da ist selbst ein DiCaprio neidisch auf eine solche schauspielerische Glanzleistung.
Ich selbst wurde noch nie Zeuge eines solches Spektakels, muss jedoch dazu sagen, dass ich die Tiere auch nicht gezielt und extra bis ans äußerste reize.
Soviel also zum Schauspieler unter den Schlangen, der Hakennasennatter.
Falls ihr euch also zu einem solchen Tierchen entscheidet, gerne einen eigenen Schauspieler Zuhause hättet, scheut euch nicht, uns anzuschreiben, damit wir euch beim Weg über die behördlichen Hürden begleiten.