Haltungsbedingung Kurzschwanzpython, Umgangssprachlich Blutpython genannt
Beim sogenannten Blutpython muss man Vorweg etwas tiefer in die Materie tauchen. Warum? Das erkläre ich euch nun kurz.
Es gibt 3 Unterarten, Beziehungsweise seit 2001 sogar jeweils selbständig geführte Arten.
Python brongersmai
Der mit der größten Farbenvielfalt auftretende Blutpython stammt aus Sumatra, Banka, Belitung, Malaysia und Thailand bis hin zu Vietnam und Myanmar.
Er wird auch als „eigentlicher“ Blutpython bezeichnet, nicht zuletzt wegen der oft sehr roten Färbung.
Er bewohnt die Tropen, am liebsten feuchte Sümpfe und Regenwälder.
Die Größe liegt bei ca 130 – 145 cm, Ausnahmen aber sogar bis über 2 Meter und bis zu 22 kg.
Python curtus
Die nahezu schwarze Art stammt ursprünglich aus Sumatra und Teile Indonesiens.
Man nennt ihn deswegen auch Sumatra – Kurzschwanzpython.
Er bewohnt dort ebenfalls Regenwälder und Sümpfe, wird aber auch häufig auf Ölpalmplantagen angetroffen.
Vermutlich ist die Gattung die kleinste mit ca 120 – 130 cm, Ausnahmen maximal an die 2 Meter und bis ca 18 kg.
Python breitensteini
Die ocker bis braun gefärbte Art lebt auf den Borneo Inseln, genauer gesagt Kalimantan in Indonesien sowie Sabah und Sarawak, beides Teile von Malaysia und auch Brunei.
Man nennt ihn auch Borneo – Kurzschwanzpython.
Auch er bewohnt da tropisches Sumpfland, Sumpfwald und dichten Dschungel, am liebsten entlang von Bächen und Flüssen.
Die Gattung liegt mit ca 20 kg und maximal knapp über 2 Metern im Mittelfeld.
Denke aber, bei allen drei Gattungen liegt man realistisch um die 130 cm, man sollte aber immer im Hinterkopf halten, dass doch schon wesentlich größere Tiere gesichtet wurden.
Es kann ein Alter von bis zu 27 Jahren erreicht werden, solltet ihr euch also für einen Blutpython entscheiden, solltet ihr euch darauf einstellen, dass das Tier ein langer Lebensbegleiter sein wird.
Alle drei Gattungen sind im Washingtoner Artenschutz Anhang B gelistet und somit herkunftsnachweis- und meldepflichtig.
Nun zum interessanten Teil, der Haltung und dem Terrarium.
Die Richtlinien besagen hier das gleiche wie unter anderem beim Königspython.
1 x 0,5 x 0,75 zum Verhältnis des Tieres.
Jedoch sollte man gerade in der Breite etwas großzügiger sein, da die Tiere sehr massig werden und dementsprechend einen Wendekreis einer Stretchlimo haben. Aber Obacht, die Dickerchen können ganz schön schnell und flink sein, werden aber durch regelmässiges und ruhiges händeln sehr zahm und gar zutraulich.
Die Temperaturen sollten um die 30 – 32° Grad liegen, wobei es nachts etwas kühler sein darf. Wir persönlich machen keine Nachtabsenkung, es schadet dem Tier keinesfalls.
Wegen der hohen Luftfeuchtigkeit um die 80%, welche der Blutpython braucht, ist es eine Überlegung wert, auf Glas oder Forex zu setzen, statt auf herkömmliche Holzterras.
Der Bodengrund sollte aus einem Gemisch aus Torf und Erde bestehen, gerne mit viel Moos versehen, da dieses gut die Feuchtigkeit speichert.
Versteckmöglichkeiten sollten natürlich vorhanden sein und ein großes Wasserbad.
Der Blutpython ist sehr badefreudig.
Was noch zu erwähnen ist, diese Tiere sind Kotsammler. Also nicht in Panik geraten, wenn sie trotz Nahrungszufuhr über Wochen nicht abkoten.
Die legen sich dann gerne in die Badeschale und koten darin ab, von der Menge vergleichbar mit einem großen Hund. Nein, es war nicht Balu, Floki oder wie eure Vierbeiner heißen mögen, sondern wirklich der Python.
Daher die Wasserschale und deren Standort so wählen und stellen, dass man gut das Tier entnehmen und die Schale zum reinigen herausnehmen kann.
Beim Terra und der Einrichtung auch immer dran denken, egal welche der drei Arten, es kommt gut Gewicht rein. Daher auch Äste so wählen, dass sie nicht nur Kornnattern tragen können.
Bei Eigenbauten auch gerne die Scheiben etwas dicker wählen, da sie mit dem dicken Körper ordentlich Druck ausüben können und sollten sie den Körper gegen die Scheibe schleudern, was übrigens auch gerne zur Verteidigung angewadt wird, wummst es doch ganz gut.
Soviel zum Blutpython und dessen Haltungsbedingungen.
Lasst euch nicht von den Erzählungen abschrecken, es sind wirklich tolle und extrem hübsche Tiere.